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Fabio guckt, die lieben Italiener räumen alles ein...
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Endlich Trails...

Martin
Auf geliehenen Bikes, mit geliehenem Helm und ebensolchen Knieschonern und mit demselben T-Shirt und denselben Schuhen, die für den Rest der Woche reichen müssen, geht es los. Auf einem Ersatz-Truck als Shuttle versteht sich - der Triride Van gab kurz vorher den Geist auf - Murphy´s Law at it´s best. Etwa 15 Minuten dauert die Auffahrt. Dann geht es los auf dem Trail namens 'Salto del Cane'. Es ist ein flowiger Freeride Track mit Highspeedpassagen, Kurven, Drops und allem was Spass macht. Der recht weiche Lavasand sorgt für ungewohntes Fahrgefühl, plötzliche Ausbrecher des Vorderrades und extrem witzige Slides. Und dafür, dass man auch bei Regen fahren kann. Regen? Na klar! Sonst im April kein Thema auf Sizilien, extra für uns öffnen sich aber die Himmelsschleusen, kaum, dass ich den geliehenen Fotoapperat auspacke...
Am nächsten Tag: Der heutige Trail namens 'Scalazza' ist laut Vittorio ein 'richtiger Downhill', auf dem Ende des Jahres sogar ein DH Race geplant ist. Ich bin gespannt! Und habe ein bisschen Angst, denn bei gefühlten -5° (sonst ist es um die Zeit sommerlich warm, logo) bin ich ziemlich steif... nach wenigen Metern ist das kein Problem mehr, der Trail rockt hart und bringt Körper wie Geist in wenigen Sekunden auf Betriebstemperatur. Das Teil wird immer krasser, steiler und geiler! Wie im Rollercoaster wird man von sandigen Anliegern hin und hergeschmissen und lustiges Drops spucken uns in scary Steilstücke aus. Die fehlende Schutzkleidung bereitet mir Sorgen, gleichzeitig muss ich während der Fahrt grinsen - ist der Track geil!
Leider heisst es nach wenigen Abfahrten und Zeitgleich mit dem Start der Fotosession wieder: Wasser Marsch. Uns hilft nur noch Humor und wir beschliessen, das ganze als Steilvorlage für eine Geschichte der anderen Art zu akzeptieren.

Luca auf dem Scalazza Trail. Dieser hat es echt in sich - Maximaler Spass für Downhiller, die es heftig mögen.
Luca auf dem Scalazza Trail. Dieser hat es echt in sich - Maximaler Spass für Downhiller, die es heftig mögen.
Fabio
Alleine schon aus optischen Aspekten sind die Trails der Hammer. Ich mein, man heizt hier über pech schwarze Trails. Wo gibt es sowas schon? Ui, und die Geschwindigkeit ist hier ordentlich. Durch die zahlreichen Minibäume, die manche Abschnitte der Trails nur lenkerbreit wirken lassen, sorgen für den selben Geschwindigkeitsrausch wie mit 250 über die Autobahn. Nur hier sind vermutlich die Folgen eines kleinen Fahrfehlers noch fataler. Die Adrenalin Dosis in meinem Körper ist jedenfalls wesentlich grösser, als in dem Moment vor ein paar Tagen, als ich noch die Knarre der Motorradgang am Schädel hatte. Schliesslich sollte man auf diesen Trails definitiv mit ausreichender Schutzkleidung fahren, diese habe ich habe nicht mehr, die war ja auch im geklauten Auto... Dafür macht das hier verdammt viel Spass! So viel Flow, so geiles Terrain und kreative Streckenverlegung sorgen für Abwechslung und gute Laune ohne Ende. Sam Hills Teamkollege Brandan Fairclough war zwei Wochen vor nuns auch hier, umhier zu trainieren. Die Jungs von Triride haben wirklich ganze Arbeit geleistet. Wir ahebn viel Spass mit den Jungs und wäre das finanzielle Desaster durch den Überfall nicht, hätten wir die ganze Sache schon längst vergessen. Da ist mir der kalte Regen anfangs noch egal, allerdings nur im T-Shirt und mit kurzer Hose geht das nicht mehr lange klar. Der besodnere Vulkanboden gewinnt allerdings durch die Feuchtigkeit mehr an Grip und auch wenn es hier regnet, kann man noch genauso gut biken, nur nasse Steine überraschen dann plötzlich.

Auf dem Scalazza Trail fährt man teilweise über Wanderwege vergangener Tage
Auf dem Scalazza Trail fährt man teilweise über Wanderwege vergangener Tage
Das Gemetzel von Catania

Martin
Catania liegt direkt am Mittelmeer. Im Meer wohnen die Fische und die werden dann gefangen und auf dem Fischmarkt präsentiert, welcher uns heute zur kulturellen Einlage des Trips gereichen soll. Die Sonne scheint. Der Fisch riecht nach Fisch und irgendwie schwanke ich zwischen 'lecker' und 'die armen Viecher'... Die Auswahl ist jedenfalls riesig, die Preise niedrig und der Platz von einem wahnsinns Tumult erfüllt. Gut, dass wir nichts mehr haben, was bösen Taschendieben gefallen könnte! Neben Fisch gibt´s auch Obst und Vittorio demonstriert uns, dass die sizilianischen Orangen die besten der Welt sind. Wie die 'Etna Äpfel', die es leider zu dieser Zeit nicht gibt. Sie werden umso süsser, desto kälter der Frühling ist. In diesem Jahr muss eine Bombenernte ausstehen. Mitten in Catania steht ein echtes Schwabenschloss, eines von vielen Relikten unzähliger Einwanderer, die in der Vergangenheit das Leben der Eingeborenen zu bestimmen versuchten. Wir sehen den steinernen Elefanten Namens 'Liotro' auf dem Palazzo Municipale, das Wahrzeichen der Stadt, schlendern über den Platz, wo vor 3 Jahren Ziel des Redbull District Ride waren und probieren original italienisches Eis, zu dem sich ein kleiner, aber heftiger Regenschauer die Ehre gibt.

Fabio fühlt sich wohl.......nicht!
Fabio fühlt sich wohl.......nicht!
Fabio
Ich bin ja überzeugter Vegetarier, da macht so ein riesiger Markt schon Laune. Überall tote oder noch halb lebende Ex-Meeresbewohner, gehäutete Lämmer oder zerstückelte Pferde. Martin hat jedenfalls Spass mich zwischen all diesen Fleisch permanent zu fotografieren. Naja, zum Glück bin ich nur aus ethischen Gründen Laubfresser und nicht weil ich Fleisch für eklig halte. Den meisten Fleischfans, die alles schön verpackt im Supermarkt kaufen, wäre hier garantiert übel geworden. Schliesslich handelte es sich hier um ein regelrechtes Splatterfest. Als Belohnung gab danach dann eine sizilianische Spezialität, ein Vegan eis. Das ist lecker und gibts in ganz vielen Geschmacksrichtungen . Nach dem Eis ging ist dann zur Siesta ans Meer. Ich persönlich finde die traditionelle Siesta ja sehr angenehm und bin der Meinung, dass diese in deutschland auch nicht fehlen sollte. Die Italiener unterbrechen ihre Arbeit und dann wird erstmal für ein oder zwei Stunden hart gechillt. Da sieht man dann Buisnesstypen mit Klappstuhl und Buch am Wasser sitzen, leichtbekleidete Damen oder alte Herrschaften an ihrem Lieblingsplätzchen in der Sonne. Sonne? Ja, Sonne am letzten Tag scheinte nämlich tagsüber die Sonne...
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