Zuhause ist mir das auch schon öfter aufgefallen: Fahrer, die auf dem Bike sehr schnell sind, kompensieren dass alltags oft durch eine chillige Ruhe. Und so ist es auch “nur” Morewood/Kenda Teammanager Peter, der zumindest noch die Reste unseres Frühstücks zu sehen bekommt. Etwas später gibt sich Mitch die Ehre, ganz zum Schluss komplettiert Rennie die Runde. Mit langem Gesicht. Beim Rennenfahren hingelegt, Knie wieder lädiert, Zwangspause. Zumindest für heute.
Dabei erwartet uns heute ein attraktives Programm. Wir wollen mal “richtig” Downhillfahren gehen. Mitch erklärt uns kurz, was er damit meint. Irgendwie sind die Jungs etwas genervt vom Worldcup, wo ihnen die Tracks oft zu flach und langsam sind, dafür aber Zuschauer ziehen und gut erreichbar sind. Heute gehen wir Spasshaben! Wir sind gespannt. Und ein bisschen aufgeregt. Haben wir den Ansatz einer Chance, dranzubleiben? Oder geht es mehr ums Überleben?
Per Shuttle geht es erstmal eine halbe Stunde hoch. Ein Local führt uns. Oben treffen wir noch den französischen Morewood Teamrider Couscous aka Fabien Cousinie, der selber mit seinem Truck von Toulouse ins Elsass anreist. Und ganz chillig etwas später kommt als geplant. Nicht schlimm, denn die Jungs pimpen eh noch ihre Bikes.
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![]() Boris findet den Track super. Delfs das MRM. Und den Track...
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Letzteres ist heute kein Problem. Mittags gibts - ganz französisch - Baguettes. Danach wieder heizen. Ein paar mal stoppen wir, um ein paar Fotos zu machen. Hammer, wie die Jungs abgehen! Genau wie wir waren die alle noch nie auf dieser Strecke und es sieht aus, als wäre es ihr Lieblings Homespot. Couscous fährt Lines, die eigentlich gar nicht gehen und Delfs packt seine intensiv vorhandenen Motocross Skills aus: ich habe noch nie jemanden so krass flach in einer Kurve liegen sehen und wenn, dann ist derjenige danach umgefallen. Mitch macht dagegen die Bremse auf und fährt mit Highspeed weiter. Und seine “Bubba Scrubs” - ein Traum! Ohne Scheiss: die Jungs fahren, wie von einem anderen Stern und beantworten in nur einer Kurve sofort die Frage, warum sie Worldcup PRos geworden sind und ich nicht. Dabei ging es bei den beiden ähnlich los: Mitch cruiste zuhause immer mit dem BMX über die Feldwege. Als das brach, schnappte er sich die Schrottkarre von seinem Dad bis er sich irgendwann sein allererstes richtiges Bike leisten konnte. Jetzt fährt er ein handpoliertes Einzelstück, das nagelneue Makulu von Morewood, mit Hand-gepimpten Bos Federelementen. Mit 19 im downhill Himmel.
Couscous ist 22, fuhr mit 10 sein erstes Rennen und hat seither nicht mehr damit aufgehört. Er studiert nebenbei, hat schon ein Praktikum bei seinem Sponsor Morewood in Südafrika gemacht und schätzt es, mit Leuten zusammen zu arbeiten, die wissen, worum es beim Racing geht. Patric Morewood ist schliesslich lange genug selber Worldcups geraced.
Beim “zum Start schieben” kann man sich nett unterhalten und wir erfahren eine Menge über die Jungs.
![]() Delfs hat Spass bei der Weinprobe.
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